Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige. www.kreuzbund-dv-erfurt.de
Erfurt

Erfurt, Stiftsgasse 9                 

Ansprechpartner:
Olaf Heinrich                                                                                              Mike Baumbach
Kontakttelefon: 0162 -2713132
olaf.heinrich@kreuzbund-dv-erfurt.de      Mike-Baumbach@kreuzbund-dv-erfurt.de 

                                                                                                                                                 
Olaf                                                                                                            Mike  

Heinrich                                                                                                    Baumbach                                                                                                              

Gruppenname: "HADZ" = HILFE AUF DIE ZUKUNFT

Wer Hilfe sucht oder uns erstmal kennen lernen möchte, ist jeder Zeit eingeladen uns zu besuchen.

Jeden Dienstag 18.00 Uhr treffen wir uns
in der Stiftsgasse 9  in Erfurt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Es gibt immer neue Wege und gemeinsam findet man sie besser.


Gedanken und Erinnerungen,

am "Tag der Selbsthilfe" 2008

Am "Tag der Selbsthilfe" 2008 stand unter dem Motto "Miteinander reden und feiern". An diesem schönen Sommertag im S 13 gingen mir die verschiedensten Gedanken durch den Kopf, gemischt mit den unterschiedlichsten Erinnerungen.

An dieser Stelle möchte ich dem Caritasdirektor Herr Heller Danke sagen. Er beschloss den Selbsthilfetag mit einer Andacht, welche mich dazu anregte, meine Gedanken anderen Menschen mitzuteilen und ihnen ebenfalls danken, dass es mich noch gibt.

Seit über zwei Jahren kämpfe ich nun schon gegen den Alkohol, für eine zufriedene Abstinenz und arbeite aktiv in der Selbsthilfe.

Dieser Tag war ein für mich ein Grund zum Nachdenken. Angefangen mit all den Dingen, die ich bisher verloren hatte wie mein Wertgefühl bis hin zu der mich täglich begleitenden Unsicherheit, es lässt sich einfach nicht alles aufzählen, was ich durch die Sucht verlor. Man bot mir Hilfe an doch ich lehnte diese ab. Bis zu jenem Tag, als die Worte durchs Telefon kamen: "Sie, mit ihrem Scheiß Alkohol". Worte, die ich verstand, die mir sagten, so geht es nicht mehr weiter, so will ich nicht mehr weiter leben. Sehr genau kann ich mich noch an den 06.06.2006 erinnern, der Tag, an dem ich in die Klinik Saalfeld kam. Ich wusste nicht, was dort passiert oder was man mit mir machen würde. Doch mein Entschluss stand fest. Nur konnte ich mir bis dahin nicht vorstellen, wie das geht, so ohne Alkohol...!

Die Entgiftung war geschafft, dann ging es gleich im Anschluss zur Therapie, nach Bad Blankenburg. Auch hier quälte mich tagelang die Frage, nie wieder Alkohol, wie soll das gehen? Eigentlich wollte ich wieder gesund raus und so sein wie die "Anderen", also ganz normal mein Bier trinken. Doch als ich für mich begriffen hatte, ich habe nur zwei Möglichkeiten zur Auswahl, nahm ich die Hilfe der Therapeuten an. Wir suchten gemeinsam den Grund meiner Sucht, um gegen diese anzukämpfen und einen Weg aus der Sucht zu finden. Heute kann ich dem gesamten Team der Klinik Bad Blankenburg meinen Dank sagen, für ihre Hilfe, die sie mir gaben. Ich bin dankbar, dass ich sie angenommen habe.

Es sind so viele Gedanken und Gefühle, die mich gerade bewegen, ich könnte noch so vieles erzählen, von meinem Weg aus der Dunkelheit ins Licht.

Die Menschen, die mir dabei geholfen haben, sind zu Freunden geworden. Dies und mein eiserner Wille, der Sucht den Kampf anzusagen, haben mich bewogen, eine Selbsthilfegruppe zu führen. Durch die Unterstützung der Caritas habe ich im Kreuzbund eine Heimat für unsere Selbsthilfegruppe gefunden. All die Hilfe und Unterstützung, die ich erfuhr, möchte ich nun denen zukommen lassen, die ebenfalls einen Weg aus der Sucht finden wollen.

Der Weg ist mein Ziel. Bis heute habe ich mein Ziel nie aus den Augen gelassen. So viele Freunde und Menschen, die mich dabei unterstützt haben, die mich akzeptieren, wie ich bin, bestärken mich in meiner Erkenntnis: ich bin kein Mensch zweiter Klasse!

Alle diese inneren Gefühle und das Glück, was ich dabei empfinde, geben mir eine zufriedene Abstinenz.

Bestimmt gibt es Menschen, die auch den Weg aus der Dunkelheit ins Licht suchen, die sich aus der Sucht befreien wollen, die sie gefangen hält, die nicht länger mit ihren Ängsten leben wollen. Ich kann sie nur auffordern, sagt der Sucht den Kampf an, werdet wieder ein Teil der Gesellschaft, werdet wieder ihr selbst!

Nehmt die Hilfe an, die man euch bietet, denn der Weg ist das Ziel.

Ich kann an dieser Stelle nur DANKE sagen für all die Hilfe, die mir zuteil geworden ist. Danke auch an mich selber, der ich diese Hilfe verstand und sie angenommen habe.

DANKE, DAS ES MICH NOCH GIBT, DURCH EUCH UND MEINE KRAFT!

Olaf Heinrich